Nachruf auf den Schnee
Nachruf auf den Schnee
Wenn der Winter sich bedeckt und die Erde mit Schnee überzieht, bleibt die Schneeschmelze der Betrachtung verborgen; die Zeit erstarrt, Kristallen gleich, an den Zweigen.
Morgen, übermorgen sind verborgen unter einem seidenen Schleicher; ist die Zeit gekommen, wird eine lauernde Hand ihn lüften …
Weißer Stoff, glatt, gewoben, schimmernd; dann, fast unbemerkt, knittrige, plissierte, gefaltete Quadrate, der leise Übergang zu neuen Oberflächen: Grautöne, vermengt mit blassen Ockertönen, Vorboten der wassergetränkten Erde: Schnee ist nicht mehr Schnee, Erde noch nicht Erde!
Das glatte Quadrat dehnt sich, unten und oben wechseln den Platz, die Hand formt einige Schneewehen, hier schleicht sich Erdgemurmel ein, auf der Kehrseite eines Quadrates, mehrerer Quadrate.
Vom weißen Gipfel mehrerer Berge zur justierenden Hand, die geschickte Verkürzung eines Stoffes in gebrochenem Weiß, moduliert vom Glanz des Schnees, der einer Erwärmung nicht entrinnen kann.
Françoise Chabert
Lyon, Februar 2023