La Montagne – 2022
LA MONTAGNE VOM 12. APRIL 2022
Mehrere monumentale Werke der Künstlerin Sabine Cibert sind noch bis zum 28. April in der Mediathek des Gemeindeverbands Pays de Mauriac zu sehen.
Als ausgebildete Architektin betrachtet Sabine Cibert auch ihre Textilkreationen mit technisch geschultem Blick; so erschafft sie auf Grundlage einer graphischen Analyse Kunstwerke jenseits jeglicher Kategorien. Die Künstlerin lässt sich von dieser Analyse inspirieren, wenn sie Geometrie, Alchemie der Farben und Zusammenspiel verschiedener Webarten zu einem Werk vereinigt.
Sabine Cibert arbeitet schon seit früher Kindheit mit Stoffen, nutzt diese Fertigkeiten jedoch erst seit 1973 zur Erschaffung textiler Kompositionen, als sie beim Durchblättern eines Kunstkatalogs die Textilkunst für sich entdeckte. Sabine Cibert arbeitete sich selbst in die Techniken dieser Kunst ein, stets geleitet von ihrem Architektur-Wissen.
Technische Ausdruckskraft
Als Sammlerin von Kunstgraphiken ließ sie sich auch von ihrer über die Jahre zusammengetragenen Kollektion inspirieren. Erst später wurde ihr bewusst, dass der Großteil der gesammelten Graphiken von Künstlern ein und derselben Kunst-Schule stammte: der 1919 vom Architekten Walter Gropius in Weimar gegründeten Bauhaus-Schule.
Um ihre Technik zu perfektionieren, hatte sie lange Privatunterricht bei einer Lehrmeisterin, die ihr ihre Dokumentation zur Verfügung stellte und ihr Wissen weitergab. Heute setzt Sabine Cibert – wie bei einem Puzzle – von Hand Stofffragmente mit sorgfältig ausgewählten Dimensionen zusammen, um erstaunliche Kompositionen mit Reliefeffekt zu erschaffen. Der Betrachter ist gleich beim ersten Blick beeindruckt von der monumentalen Größe der textilen Kunstwerke, die bis zu neun Quadratmeter groß sein können. Er ist dann fasziniert vom virtuosen, kraftvollen Einsatz der Nahttechniken, mit denen die Künstlerin Perspektiven und kunstvolle Oberflächenstrukturen entstehen lässt. Die modernen Kompositionen Sabine Ciberts sind ein Echo auf die Natur, ihre Inspirationsquelle.
Sabine Cibert nimmt sich Zeit, arbeitet mit Bedacht und lässt sich von ihrer stofflichen Materie leiten; sie wechselt von äußerster Strenge zu purer Fantasie, doch alles ist wohl überlegt, organisiert. Wie sie selbst sagt:
“Damit ein Kunstwerk daraus wird, muss es überraschen, verblüffen.”
Sabine Cibert, die mit geduldiger Langsamkeit und plötzlichen Eingebungen jongliert, die das unendlich Kleine nutzt, um das unendlich Große zu erzeugen, gibt den Einwohner von Pays de Mauriac die Gelegenheit, ihre Werke im Foyer der Mediathek zu entdecken. Ob aus der Ferne oder aus unmittelbarer Nähe, ob mit dem Fadenzähler oder von der anderen Seite des Foyers aus betrachtet, fangen die Werke Sabine Ciberts das Frühlingslicht ein.
Delphine Flamme
in La montagne